AWO Schalksmühle
Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ortsverein Schalksmühle


AWO-Aktionstag

Was ist der „AWO-Aktionstag“? Im Prinzip ist er ein Tag der bundesweiten „AWO-Aktionswoche“. Jedes Jahr legt der Bundesverband den Zeitraum der „AWO-Aktionswoche“ für kommendes Jahr neu fest. In dieser Woche sollen alle AWO Einrichtungen etwas unternehmen, um ins Gespräch zu kommen. Man könnte die „AWO-Aktionswoche“ auch ketzerisch als „Werbewoche“ bezeichnen.

Dabei wird gerne gesehen, wenn das Ehrenamt und das Hauptamt dabei zusammenarbeiten. Wir sind schließlich eine Einheit, was Außenstehende oft nicht wissen und auch intern manchmal etwas untergeht.

Das erste Mal erfuhr ich von der „AWO-Aktionswoche“ als ich bereits Vorsitzender war und so Informationen bekam, die mir vorher vorenthalten blieben. Bis dahin haben wir schonmal einen „Tag der offenen Tür“ gemacht, aber meist spontan und nur für uns.


Unser erstes Mal (2017)

Werbung ist gut, darum wollte ich mitmachen. Da der Mittwoch unser Mittwoch ist, wo einige ohnehin in unsere Begegnungsstätte kommen, legten wir den Mittwoch als „AWO-Aktionstag“ fest. Jetzt fehlte mir noch irgendein Aufhänger, etwas Besonderes… ein Highlight würde man heute sagen.

Beim Blick aus dem Fenster kann ich unseren Park sehen. 2014 wurde aus dem hässlichen „Volmepark“ der schöne „Mehrgenerationenpark“. Das war das Stichwort… „Mehrgenerationenpark“.

Also schrieb ich an den Bürgermeister und fragte, ob wir eine Art Familienfest im Park machen dürften. Er rief mich erstaunt an, weil er nicht wusste, wie meine Frage gemeint war. Als ich ihm meinen Plan erklärt hatte stimmte er zu. Super! Wenn alles funktioniert, wäre der AWO-Ortsverein, der erste, der den Park so nutzt.

Jetzt ging es an die Planung. Mit der KITA hatte ich schon abgesprochen, dass wir 2017, nach ihrer großen Renovierung, etwas Gemeinsames unternehmen wollen. Die KITA Leiterin fragte, ob auch die Kindertagespflege aus Lüdenscheid mitmachen dürfe. Klar... warum denn nicht?

Am 17. Mai 2017 ging es los... mit drei AWO-Einrichtungen. Unser bewährtes Team hatte sich um Speisen und Getränke bemüht. Ich hatte im Baumarkt einen Pavillon gekauft und mit meinem Bruder vier Bierzeltgarnituren besorgt, die wir am Vortag neben die Treppe im Eingangsbereich des Gerätehauses gelagert hatten. Mein Vater und ich karrten nun morgens alles mit Sackkarren in den etwa 50 Meter entfernten Park und bauten mit vielen Problemen den widerspenstigen Pavillon auf.

Das erste Mal im Park mit windschiefem Pavillon.

Endlich stand alles. Das Fest war gut besucht. Der Stress und Ärger beim Aufbau war schnell vergessen. Doch es kam ja noch der Abbau. Die Bierzeltgarnituren holte mein Bruder im Park ab, sodass wir die nicht wieder mit der Sackkarre transportieren mussten… aber den Rest mussten wir ja in die AWO bringen. Mein Pavillon, dem schon beim Aufbau eine Stange brach, verlor nun wegen des ruppigen Abbaus eine weitere, sodass er entsorgt werden musste.

Letztendlich war die Stimmung sehr aufgeheizt und gereizt, aber der Tag ging ohne Personenschaden und mit einer positiven finanziellen Bilanz zu Ende. Es war das erste Mal und da war einiges schiefgelaufen. Doch für mich stand fest, dass wir jetzt ein Jahr Zeit haben, um aus den Fehlern zu lernen, die Mängel zu beheben und es dann noch einmal versuchen.


Zweiter Versuch (2018)

Wie heißt es in einem Lied... beim ersten Mal, da tuts noch weh, beim zweiten Mal nicht mehr so sehr[...]

Das Hauptproblem war der Pavillon. Also suchte ich im Internet, um mir einen zu leihen. Nach einigem Suchen fand ich einen Anbieter in Leichlingen, der auch gleich Bierzeltgarnituren mitbringen konnte. Also buchen… diesmal auf Kosten des Ortsvereins. Auch das Herankarren sollte diesmal einfacher gehen. Ende letzten Jahres hatte ich einen Anhänger gekauft, um mit unseren Handarbeiten zu Märkten fahren zu können.

Aktionstag 2018 von links: OV, KITA, OGS und Kindertagespflege

Am 20. Juni. 2018 fuhr ich mit dem Anhänger vor den Eingang der AWO, belud ihn und fuhr damit zum Park. Hier konnte ich in Ruhe abladen. Um den Aufbau des Zelts kümmerte sich die Verleihfirma.

Inzwischen hatte ich erfahren, dass die AWO Träger der OGS Spormecke war. Darum hatte ich diese auch eingeladen, und sie hatten ebenfalls zugesagt. Jetzt waren wir, mit KITA und Kindertagespflege, schon vier Einrichtungen.

Auch der Abbau lief besser. Das Zelt und die Bierzeltgarnituren holte die Verleihfirma direkt im Park ab. Wir verluden unsere Sachen im Anhänger. Damit fuhr ich dann vor den Eingang der AWO und entlud den Anhänger wieder. Es lief diesmal viel entspannter und stressfreier ab.


Beim dritten Mal wird wieder improvisiert (2019)

Inzwischen war die AWO auch Träger der Primusschule geworden, sodass ich sie – neben der OGS Spormecke, der KITA Mittendrin und der Kindertagespflege – ebenfalls einlud mitzumachen. Sofort sagten sie zu. Jetzt waren es schon fünf AWO-Einrichtungen, die sich im Park zu einem Familiennachmittag versammeln wollten.

Diesmal wurden wir Opfer der Statistik: Mit jedem Familienfest bei strahlendem Wetter, kommt die Wahrscheinlichkeit, dass das Fest bei schlechtem Wetter stattfindet, näher. Es war wieder alles organisiert. Mein Team und ich standen am 8. Mai 2019 in der AWO und sahen aus dem Fenster Richtung Park. Der Zeltverleiher aus Leichlingen wollte wieder ein Zelt und Bierzeltgarnituren bringen… doch es regnete. Zwischendurch ebbte der Regen ab, aber er verschwand nie ganz.

Dann kam der Anruf des Zeltverleihers… Stau. Er würde es nicht pünktlich schaffen. Ich sagte ihm, dass wir auch noch mit dem Gedanken spielen das Familienfest vom Park in die AWO zu verschieben, weil es teilweise aus Kübeln goss. Wir einigten uns darauf, dass er in ein paar Minuten noch einmal anruft.

Dann rief die Presse an. Denn es war geplant, dass wir im Zuge des Familienfestes eine Spende übergeben, die zwischen den beiden Schulen aufgeteilt werden sollte. Das Geld sollte Familien zugutekommen, die sich die Kosten fürs Mittagessen nicht leisten können. Spontan entschied ich das Fest in die AWO zu verlegen und teilte das dem Pressevertreter mit.

Dann versuchte ich alle zu erreichen, die KITA, die OGS, die Primusschule und die Kindertagespflege. Mein Team begann den Saal einzurichten. Im Park hängten wir ein Schild auf, dass die Gäste bitte in die AWO kommen sollten. Dann rief der Zeltverleiher an. In ein paar Metern käme eine Autobahnausfahrt. Die könnte er nehmen und zurückfahren. Ich sagte ihm, dass ich gerade dabei wäre alle Beteiligten zu informieren, dass wir nicht in den Park gingen. Er könne also zurückfahren. Wir sagten, dass wir uns dann ja beim Gemeindefest sehen würden. Dafür hatte ich das Zelt und die Bierzeltgarnituren auch gebucht.

So nach und nach trafen die AWO-Einrichtungen bei uns ein. Aber jeder war davon ausgegangen, dass der jeweils andere die Kinder mitbringt. Schnell telefonierten alle Beteiligten und versuchten Eltern mit ihren Kindern zu mobilisieren, denn die Presse war schon da. Sie wollte gerade wieder gehen, als Kinderstimmen im Treppenhaus zu hören waren. Das war in letzter Sekunde! Für die Fotos wurden die Kinder schnell zum Spielen genötigt. Abschließend gab es dann noch ein Foto, dass für die Spendenübergabe gemacht wurde. Alles in allem wurde es dann doch noch ein kurzer, aber schöner Nachmittag.


Das Familienfest 2022

2020 und 2021 fielen die „Aktionswochen“ wegen Corona aus. Wie immer, so hatte ich mich auch diesmal, im Herbst erkundigt, wann im folgenden Jahr die „AWO-Aktionswoche“ stattfindet. Für 2022 hatte der Bundesverband die Zeit vom 18. Juni bis zum 26. Juni festgelegt. Für uns wäre am Mittwoch, dem 22. Juni, der „AWO-Aktionstag“ gewesen.

Doch der Termin stand in den Sternen… nicht nur wegen Corona. Ich wäre, als einziger Mann, mit dem Schleppen und dem Auf- und Abbau beschäftigt. Schließlich konnte ich nicht von meinem Neffen verlangen, dass er sich dafür Urlaub nimmt.

Da sich auch sonst keine Unterstützung abzeichnete ließ ich offen, ob wir den Aktionstag machen oder nicht. Wenn wir ihn stattfinden lassen, dann müssten wir den Termin um eine Woche vorziehen, weil es mit meiner Urlaubsplanung nicht anders passte. Bisher hatte ich meinen Urlaub immer so geplant, dass er um den Aktionstag lag und ich darum nicht wegfahren konnte. Das wollte ich diesmal anders machen. Ich brauchte meinen Urlaub zur Erholung, darum sollte sich die AWO diesmal meiner Urlaubsplanung unterordnen. Wir würden den „AWO-Aktionstag“ dann einfach in „Familienfest“ umbenennen.

Auf der Jahreshauptversammlung im April ließ ich immer noch alles offen. Am Ende der enttäuschenden Versammlung stand für mich fest, dass in diesem Jahr nur noch die bereits angekündigten Veranstaltungen stattfinden... das Familienfest also nicht!

Die zweite Vorsitzende, Isabella (Isa) Bliewernitz, wollte die Flinte aber noch nicht ins Korn schmeißen und startete eine Facebook-Aktion. Außerdem tauschte sie bei einer Kreisverbandssitzung Kontaktdaten mit dem Kreisjugendwerk aus. Durch die Facebook-Aktion gewannen wir ein junges Mitglied, das bereits im Mai beim Frühstück half und zusagte auch beim Fest zu helfen.

Isa nahm Kontakt mit dem Jugendwerk auf und lud sie ein. Als auch von hier die Zusage kam, dass sie uns helfen, stimmte ich zu und lud KITA, OGS Spormecke, Primusschule und die Kindertagespflege ein. Isa legte sofort los, sprach mit der Gemeinde, kümmerte sich um die Genehmigung und holte noch das Jugendzentrum Schalksmühle – die einzige Einrichtung, die keine Einrichtung der AWO war – dazu. Sie organisierte eine Hüpfburg und lud den Bürgermeister ein. Ich reservierte die Bierzeltgarnituren, suchte und reservierte online einen Stromerzeuger (Stromaggregat).

Wir, also der Ortsverein, wollten im Zelt Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke reichen. Etwas Abseits sollte mein Neffe mit einem Grill stehen, den Isa mitbringen wollte, und Bratwurst mit Toastscheiben anbieten. Das Jugendzentrum wollte eine Slush-Ice-Maschine mitbringen und die Kinder mit Glitzertatoos verzieren. Das Jugendwerk wollte sich um die Hüpfburg kümmern, eine Popcornmaschine und ein Glücksrad mitbringen. Die beiden Schulen planten „Outdoor-Spiele“.

Montags fuhren Isa und ich los… einkaufen. Als das Jugendzentrum abends anrief, dass sie mangels Personals – Corona – die Slush-Ice-Maschine nicht einsetzen konnten, organisierte ich schnell dort eine Ersatzmaschine, wo wir die Bierzeltgarnituren holen wollten. Bei den angekündigten Temperaturen würde Eis wohl sehr gut laufen und auf diese Einnahmen wollten wir nicht verzichten. Hoffentlich kam jetzt nichts mehr dazwischen!

Dienstags schnappte ich mir den Anhänger und fuhr mit Isa zuerst die Slush-Ice-Maschine und die Bierzeltgarnituren laden. Von hier ging es in den Baumarkt, wo das Stromaggregat reserviert war. Nachdem der beladene Anhänger auf seinem Stellplatz stand, fuhren wir nach Wipperfürth die vorbestellte Bratwurst bei einem Großmetzger holen.

Am Mittwoch (15. Juni 2022) ging es morgens um 7:00 Uhr los. Zuerst holte ich den Anhänger und fuhr zum Lager. Dort lud ich noch das Zelt, die Fahnenstange, Tische und Stühle nach. Vom Lager fuhr ich Getränke holen und dann zum Park. Dort wartete ich auf die anderen, die dann um 11:00 Uhr, wie verabredet, eintrafen.

Dann fingen wir an alles vom Anhänger, der etwa 20 Meter vom Park entfernt stand, über die Straße in den Park zubringen. Dort bauten wir – das Neumitglied, deren Ehemann, Isa, Lucas vom Jugendwerk und ich – mein 6 x 4-Meter-Zelt und einen AWO-Pavillon, den das Jugendwerk für die KITA zur Verfügung stellte, auf. Anschließend holten wir die Sachen aus der 50 Meter entfernten AWO und brachten sie über die vielbefahrene B54 in den Park. Parallel dazu bauten die anderen Teilnehmer, KITA, die beiden Schulen, das Jugendzentrum und das Jugendwerk, ihre Stände auf.

Danach warfen wir den Grill an. Das Neumitglied richtete sich im Zelt ein, die Firma mit der Hüpfburg kam und baute diese auf der Wiese auf. Dann holte ich schnell meinen Neffen, der bis 14:30 Uhr arbeiten musste, damit er am Grill Isas Ehemann ablöste. Dieser war inzwischen eingetroffen und für eine Überraschung zuständig, die er sich ausgedacht hatte.

Er zog sich im Anhänger ein Bärenkostüm an und kam als „Drück-mich-Bär“ in den Park. Er wollte eine halbe Stunde durch den Park laufen, sich von den Besuchern, hauptsächlich aber von Kindern, umarmen lassen. Die Kinder bekamen dann noch ein kleines Tütchen Haribo-Bären. Wegen der enormen Hitze musste er allerdings nach einer Viertelstunde abbrechen, weil es im überhitzten Bärenkostüm nicht länger auszuhalten war. Wir wollten ja nicht, dass er einen Kreislaufkolaps oder Hitzschlag bekam.

Gegen 14:15 Uhr kam die Primusschule, die einen Wandertag machte und gleich 70 (!) Schüler in den Park brachte. Vom Seniorenpark-Reeswinkel, die ich eingeladen hatte, kam der Sozialdienst mit einigen Senioren, die sich Kaffee und Kuchen schmecken ließen.

Obwohl alles nach Plan lief, gab es um 14:00 Uhr schon etwas Ärger. Ein Seniorenehepaar stand am Grill und wollte zwei Bratwürstchen kaufen. Leider waren die aber noch nicht gar. In der Zeitung hätte gestanden, dass es um 14:00 Uhr anfinge, regte man sich auf und verließ verärgert auf direktem Weg den Park.

Erst Tage später erfuhr ich, dass sich außerdem beklagt wurde, dass es im Park keine Toiletten gibt und wir DIXI-Klos aufstellen sollten. Das lehne ich auch für die Zukunft ab. Es sind, nach Abzug aller Kosten, gerade mal 90,33 € übriggeblieben. Es kann nicht sein, dass die auch noch geopfert werden, nur weil die öffentlichen Toiletten (am Bahnhof und im Rathaus) den Gästen zu weit weg sind.

Von diese Querulanten mal abgesehen, waren alle begeistert. Auch der Bürgermeister (Jörg Schönenberg), unser Referent für Öffentlichkeit- und Verbandsarbeit (Jochen Milde) und die Kreisvorsitzende (Karin Löhr), die unser Fest besuchten, waren voll des Lobes.

Unsere Einschätzung, dass Eis am besten läuft, traf zu. Wir hätten viel mehr verkaufen können. Aber zum einen kam die Maschine gar nicht so schnell mit, zum anderen hatte der Vermieter uns nicht mehr Sirup verkaufen können. Er war ausverkauft! Wegen der Hitze verkauften wir weniger Bratwurst als geplant. Aber Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke liefen gut.

Dann war das Fest zu Ende. Zum Abbau fuhren wir diesmal mit dem Anhänger in den Park. Vorher baute die Firma ihre Hüpfburg wieder ab. Isa und ihr Mann brachten mit ihren Autos alles in die AWO. Gegen 20:00 Uhr waren wir fertig. Ich brachte noch den Anhänger zum Stellplatz und meinen Neffen nach Hause. Freitag fuhr ich mit meinem Neffen, tankte den Stromerzeuger voll und brachte diesen, wie abgemacht, zum Baumarkt.

Sonntags holte ich den Anhänger, brachte meine Sachen ins Lager und wartete auf Isa und ihren Mann. Die beiden holten mich und den Anhänger ab. Wir fuhren nach Lüdenscheid und brachten die Bierzeltgarnitur und die Slush-Ice-Maschine zurück. Obwohl das Fest finanziell kein „großer Erfolg“ war, war die Werbung gigantisch. Denn der Zeitungsbericht war wieder super!



Hier sind ein paar Fotos:

Nach diesem Erfolg sind sich alle einig, dass wir das auch 2023 wiederholen.